Nancy Sinatra

08.06.1940



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ist eine US-amerikanische Sängerin und Schauspielerin. Sie ist die Tochter des Sängers Frank Sinatra und seiner ersten Ehefrau Nancy Barbato. Ihre professionelle Karriere im Musikgeschäft begann in den frühen 60er Jahren, als sie bei der Plattenfirma ihres Vaters, Reprise Records, einen Vertrag unterschrieb. Ihre erste Single in den USA erschien 1961 mit dem Titel Cuff Links And A Tie Clip. Fast ein halbes dutzend Singles folgten, die allesamt auf dem amerikanischen Markt floppten. Mehr Glück hatte sie 1962 zum Beispiel in Italien - dort platzierte sich die Single Like I Do auf # 2 der Charts.[1] In ihrer Heimat wendete sich das Blatt erst 1965. Die Bekanntschaft zu dem Singer-Songwriter Lee Hazlewood, der zuvor relativ erfolglos eigene Platten aufgenommen hatte und für Dean Martin den Hit Houston geschrieben hatte, gab Sinatras Karriere den entscheidenden Kick. Er verantwortete auch die Single So Long, Babe, die immerhin auf # 86 der US-Charts landete und somit der erste Achtungserfolg für Sinatra war. Bereits die nächste Single These Boots Are Made for Walkin' entwickelte sich zum Welthit und einem der bekanntesten Songs des Jahrzehnts. Sowohl in den USA als auch in Großbritannien und Deutschland stand das Lied auf # 1 der Charts. Der Song wurde in den folgenden Jahrzehnten von stilistisch sehr unterschiedlichen Künstlern gecovert: Loretta Lynn, The Supremes, Boys Next Door, Jessica Simpson, 7 Seconds, Megadeth und Government Issue versuchten sich an dem Lied, dass laut Sinatra durchaus auch in einem sexuellen Kontext gesehen werden kann. So sagte sie 2005 gegenüber dem Schwulen-Magazin "Queer.de": "Das hat eine Menge mit der Anziehungskraft dieses Songs zu tun."[2] Unter dem Titel Boots erschien 1966 das erste Album von Sinatra. Hazlewood übernahm hierfür die komplette Produktion. Neben seinen Kompositionen enthält das Werk auch einige bemerkenswerte Cover-Versionen, darunter Day Tripper von den Beatles, It Ain't Me Babe von Bob Dylan und Flowers On The Wall von den Statler Brothers. Für die üppig orchestrierten Arrangements zeichnete sich Billy Strange verantwortlich, der in den folgenden Jahren immer wieder für Sinatra arbeitete und besonders in Kombination mit den eigenwilligen Hazlewood-Kompositionen zu Höchstleistungen auflief. Für Boots, Album und Single, konnte Sinatra in den USA je eine Goldene Schallplatte in Empfang nehmen.[3] Noch im gleichen Jahr erschien das erfolgreiche Nachfolge-Album How Does That Grab You?, aus dem der Hit How Does That Grab You, Darlin'? ausgekoppelt wurde. Auf der LP gab es erstmals ein Duett mit Hazlewood (Sand) sowie ein Remake von Chers Hit Bang Bang (My Baby Shot Me Down), das seinerzeit kaum Aufsehen erregte. Erst 2003, als der Regisseur Quentin Tarantino die Version von Sinatra für seinen Film Kill Bill Volume 1 aussuchte, wurde das von Strange eigenwillig arrangierte Remake einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Noch 1966 hatte sie mit Friday's Child, In Our Time und vor allen Dingen Sugar Town drei weitere Hits. Zum Jahresende erschien ein drittes, ebenfalls erfolgreiches Album namens Nancy In London. Im Jahre 1967 stand erstmals ein Duett von Sinatra und Hazlewood in den internationalen Charts: Summer Wine entwickelte sich über die Jahre zu eine der berühmtesten Aufnahmen der Beiden. Auch dieser Klassiker erlebte in Form einer Cover-Version eine Renaissance: Ville Valo (Sänger von Him) und Natalia Avelon nahmen das Lied 2007 für den Kinofilm Das wilde Leben und hatten damit in Kontinentaleuropa einen Riesenhit. Ebenfalls 1967 entstand Somethin' Stupid, ein Duett mit ihrem Vater, das 2001 von Robbie Williams und Nicole Kidman neu interpretiert wurde. Für die beiden Sinatras war der Song ein Riesenerfolg, der in Großbritannien und den USA die Chartsspitze erklomm. Im gleichen Jahr wurde sie außerdem gebeten, für das James-Bond-Abenteuer Man lebt nur zweimal den Titelsong You Only Live Twice zu singen. Der elegante und erotisch anmutende Song entwickelte sich ebenfalls zum Welthit. In den folgenden Monaten waren es dann vor allen Dingen die Duette mit Hazlewood, mit denen Sinatra große Erfolge verbuchen konnte. Das gemeinsame Album Nancy & Lee verkaufte sich hervorragend, erhielt gute Kritiken und gilt heute als Klassiker der 60er Jahre. Darauf enthalten: Die Hits Jackson, Lady Bird und das überragende Some Velvet Morning, das kurz zuvor bereits auf Sinatras Album Movin' With Nancy erschienen war. Der Song war insofern bemerkenswert, da er vom komplexen, psychedelischen Pop der 60er Jahre beeinflusst war und einen sehr kryptischen, schwer zu deutenen Text inne hatte. Andere Duette von Sinatra und Hazlewood tendieren eher in richtung Beat oder Country. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich Sinatra bereits mehrfach als Schauspielerin versucht: Neben einigen unbedeutenen TV-Rollen blieben vor allen Dingen die Kino-Erfolge Marriage On The Rocks (1965) mit ihrem Vater und Dean Martin und Speedway (1968) mit Elvis Presley in Erinnerung. Der als Horrorspezialist bekannte Roger Corman drehte mit ihr einen Vorläufer des späteren Easy Rider, The Wild Angels (1966) - ebenfalls ein Erfolg an den Kinokassen. Sinatra kommentierte den Film 2003 nach einer Wiederaufführung in Los Angeles: "Mit diesem Film begann meine hoffnungsvolle Filmkarriere und endete zugleich." Auch ihre Gesangskarriere hatte Ende 1968 ihren Zenit überschritten: Zwar konnte sie weiterhin regelmäßig mittlere Hits verbuchen (100 Years, Happy, Good Time Girl), allerdings wollten ihr zumindest in den USA kein größerer Erfolg mehr gelingen. Mit Drummer Man verabschiedete sich Sinatra 1969 auf einem sehr unrühmlichen # 98 aus den amerikanischen Single-Charts. Etwas mehr Glück hatte sie in Europa: Zusammen mit Dean Martin sang sie das Stück Things ein, das zum Beispiel in Norwegen ein großer Hit war (# 2).[4] Im Jahre 1970 spielten Vater und Tochter Sinatra zwei weitere Duette ein, Life Is A Trippy Thing und Feelin' Kinda Sunday, von denen sich aber nur der zweite Titel in den Easy-Listening-Charts platzieren konnte.

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