Monica Seles

02.12.1973



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Monica Seles ist eine jugoslawisch-US-amerikanisch-ungarische Tennisspielerin, die zur Zeit einen US-amerikanischen und einen ungarischem Pass besitzt. Seles gewann bis heute 53 Turniere im Einzel, darunter neun Grand-Slam-Turniere. Die Karriere der ehemaligen Weltranglistenersten wurde 1993 durch ein Attentat überschattet. Monica Seles gilt als eine der besten und erfolgreichsten Tennisspielerinnen aller Zeiten. Die 1,79 Meter große Seles ist Linkshänderin und benutzt sowohl ihre Vorhand als auch ihre Rückhand beidhändig. Noch ungewöhnlicher ist, dass sie nicht umgreift, wenn sie die Seiten wechselt. Angesichts ihrer beidseitig beidhändigen Spielweise ist es Seles auch möglich, extrem spitze Winkel zu spielen, die die gegnerische Seite weit öffnen. Die beidhändige Spielweise sorgt auch für eine stark verdeckte Schlagausführung, die die Antizipation der Schläge erschwert. Eines ihrer Markenzeichen sind ihre kräftigen Lautäußerungen bei harten Schlägen während sie den Ball spielt. Dieses Charakteristikum hat wiederholt für Kontroversen mit Kontrahentinnen (u. a. Nathalie Tauziat, Martina Navrátilová, Katerina Maleeva) gesorgt, die sie aufforderten, es während des Spieles zu unterlassen. Monica Seles begann mit 6 Jahren Tennis zu spielen. Angeleitet wurde sie dabei von Vater Karoly. Das erste Turnier gewann sie mit 9 Jahren. Aus dieser Zeit ist von ihr selbst jene nette Episode überliefert, dass Seles, die noch nicht in der Lage gewesen war, bei Wettkampf-Spielen den Spielstand selbst zu erfassen, von Zeit zu Zeit ihrem Vater fragend zugerufen habe: „Gewinne ich?“ 1985, mit 11 Jahren, gewann Seles die prestigeträchtige Orange Bowl in Miami, eines der weltweit bedeutendsten Nachwuchsturniere. Hierbei erweckte das beidhändig spielende Mädchen das Interesse des weltbekannten amerikanischen Tenniscoachs Nick Bolletieri. 1986 zog Familie Seles in die Vereinigten Staaten, wo Monica für zwei Jahre unter der bekanntermaßen harten Ägide Bolletieris ihr Spiel weiter verbesserte. Bolletieri war von der absoluten Außergewöhnlichkeit seiner Athletin und ihrer ungewöhnlichen Spielweise von Anfang an überzeugt. So ließ er eigens für Seles einen von hohen Wänden umgebenen Platz errichten, um so von neugierigen Blicken der potenziellen Konkurrenz ungestört Seles' Powerspiel zur Perfektion zu entwickeln. Wie gut diese Taktik aufging, erwies sich bereits zwei Jahre später, als Seles im Alter von 15 Jahren Tennisprofi wurde. Im Mai desselben Jahres erringt sie in Houston ihren ersten großen Titel. Im Finale schlug Seles die Weltranglisten-Dritte Chris Evert. Die meisten Gegnerinnen hatten dem beidseitigen Powerspiel von Monica Seles nichts entgegenzusetzen. Ihre beidhändige Spielweise ermöglichte zudem ein ungewöhnlich verdecktes Winkelspiel, das es den Gegnerinnen schwer machte, Seles Spielzüge zu antizipieren. Für viele gilt sie als die eigentliche Begründerin des modernen Power-Tennis. Einen Monat später erreichte Seles bei ihrem ersten Grand-Slam-Turnier bereits das Halbfinale der French Open, wo es der Weltranglisten-Ersten Steffi Graf bedurfte, um den Shooting-Star zu stoppen. Es war nach diesem umkämpften Spiel, als Grafs Vater Peter zu Protokoll gab, dass Seles die Herausforderin seiner Tochter sein werde. Eine große Rivalität deutete sich an. Seles beendete ihr erstes Profijahr auf dem 6. Platz in der Weltrangliste. Das Jahr 1990 brachte den Durchbruch Monica Seles'. Bereits im Mai hatte Seles bei den German Open in Berlin erstmals Steffi Graf bezwungen. Graf hatte in den Vorjahren das Welttennis dominiert wie kaum eine andere Spielerin zuvor und war seit 66 aufeinander folgenden Spielen unbesiegt. Zwei Wochen später gelang Seles die Wiederholung des Triumphs: Bei den French Open besiegte sie in einem umkämpften Finale erneut die Weltranglisten-Erste, die im Tie-Break des ersten Satzes 4 Satzbälle nicht verwerten konnte. Seles gewann in 2 Sätzen. Sie ist mit 16 Jahren und 6 Monaten die bis heute jüngste French-Open-Siegerin aller Zeiten. Das Jahr 1991 war das erste von zwei Jahren, in denen Monica Seles das Welttennis dominierte. Seles startete mit dem Gewinn der Australian Open im Januar, wo sie bei ihrer ersten Teilnahme Jana Novotná im Finale schlug. Im März gelang es ihr, Steffi Graf als Weltranglistenerste zu entthronen. Im Juni verteidigte sie ihren French-Open-Titel in Paris gegen Arantxa Sánchez Vicario, die Siegerin von 1989. Während der sich zeitlich anschließenden Wimbledon Championships nahm Seles eine überraschende sechswöchige Auszeit. Im September aber erreichte sie auf Anhieb das Finale ihrer ersten US Open, in dem sie Martina Navrátilová schlug. Auch das Jahr 1992 verlief in ähnlich erfolgreicher Weise: Monica Seles gelang es, ihre drei Grand-Slam-Titel zu verteidigen. Einen Höhepunkt bildete hierbei das Finalspiel in Roland Garros, wo sie erneut der wieder erstarkenden Graf gegenüberstand und diese in einem legendären Spiel mit 10:8 im dritten Satz niederrang. Seles erreichte auch erstmals das Wimbledon-Finale, unterlag auf Rasen aber deutlich ihrer Vorgängerin Steffi Graf. Graf siegte mit 6:2 und 6:1. Zwischen Januar 1991 bis Februar 1993 gewann Monica Seles 22 Turniere und erreichte 33 Mal das Finale - bei insgesamt 34 gespielten Turnieren. Sie kam hierbei auf die Bilanz von 159 Siegen bei 12 Niederlagen (92,9 %). Bei Grand-Slam-Turnieren stand Seles' Quote bei 55 Siegen und einer Niederlage. Innerhalb ihrer ersten 4 Jahre auf der Tour (1989 – 1992) erreichte sie bei 30 Turniersiegen eine Siegesquote von 231:25 Spielen (90,2 %). Nur Chris Evert kann mit 91,4 % und 34 Turniersiegen zwischen 1971 und 1974 auf einen besseren Karrierestart zurückblicken. Monica Seles ging als stärkste Spielerin ins Jahr 1993. Im Januar startete sie erneut mit einem Titelgewinn über Graf bei den Australian Open. Sie schlug sie in drei Sätzen und verbuchte in "Down Under" ihren dritten Titelgewinn in Folge. Die sportliche Rivalität zwischen Steffi Graf und Monica Seles zwischen 1989 und 1993 gehörte zu den großen Kapiteln des Tennissports. Die meist hart umkämpften Duelle der beiden hinsichtlich ihrer Persönlichkeit und ihres Spielsystems so unterschiedlichen Athletinnen markierten Höhepunkte in beider Karrieren und haben das Damentennis auf ein höheres Niveau geführt. In ihren Auseinandersetzungen trafen nicht nur sehr unterschiedliche Persönlichkeiten aufeinander: Hier die introvertierte stille Graf, die jeden Medienrummel scheute und sich anfangs jedes Lächeln verkniff. Dort die extrovertierte Seles, die ihre Gegnerinnen zur Begrüßung als 15-Jährige mit Rosensträußen beehrte, um sie dann vom Platz zu fegen. Auch die so unterschiedlichen Spielsysteme nährten die große Rivalität: Hier die schnörkellos spielende, schnelle Graf mit ihrer gewaltigen Vorhand und der den Ball tief eingrabenden unterschnittenen Rückhand. Dort Monica Seles, die stöhnend jeden Ball mit maximaler Härte spielte und die Gegnerinnen mit raffiniertem Winkelspiel aus dem Platz zwang. Beider absoluter Anspruch, die Beste sein zu wollen, machte die Aufeinandertreffen der beiden Dominatorinnen zu emotional aufgeladenen Sternstunden des Tennissports. Bis zum Erscheinen der jungen Monica Seles hatte Steffi Graf das Welttennis nach Belieben beherrscht und als nahezu unbesiegbar gegolten. Dies hatte sich 1990 im zweiten Jahr von Monica Seles auf der Tour geändert, in der Graf erstmals unterlag und sieglos blieb. Im Jahre 1991, in dem Grafs Form insgesamt kriselte und sie für ihre Verhältnisse auch ungewöhnlich oft gegen andere Spielerinnen verlor, hatte Seles die Führung in der Weltrangliste übernommen und drei der vier möglichen Grand-Slam-Turniere gewonnen, wobei sich beide in keinem einzigen der Grand-Slam-Finals gegenüberstanden. Graf hatte Seles in den einzigen beiden Aufeinandertreffen des Jahres bei zwei kleineren Turnieren besiegt, jedoch – mit Ausnahme des Sieges in Wimbledon – kein anderes Major-Endspiel erreicht. Auch 1992 gewann Seles drei der vier Grand-Slam-Turniere. Beide standen sich im Verlaufe des Jahres zweimal gegenüber, nun wieder in den Endspielen von Grand-Slam-Turnieren. Bei den French Open siegte Seles über Graf mit 10:8 im dritten Satz. In Wimbledon gewann die Deutsche gegen Seles. Seles revanchiert sich, neuerlich in einem Grand-Slam-Finale, Anfang 1993 bei den Australian Open mit einem Drei-Satz-Sieg. Im April des Jahres 1993 wies die Gesamtbilanz für Graf 6 und für Seles 4 Siege aus, wobei Seles 6 der letzten 8 Grand-Slam-Turniere gewonnen hatte. Angesichts des allmählichen Wiedererstarkens von Graf deutete sich Anfang 1993 eine langjährige sportliche Rivalität an, die in ihrer Emotionsgeladenheit, Brisanz und Spannung ein Versprechen auf die Zukunft zu sein schien: Ein Kampf um die Vormachtstellung im Damen-Tennis, der eine ähnliche Qualität versprach, wie man sie vorher zwischen Chris Evert und Martina Navratilova erlebt hatte. Doch diese hoch gespannten Erwartungen fanden im April des Jahres 1993 ein unvorhergesehenes, jähes Ende, über das die frühere Weltklasse-Spielerin Pam Shriver einmal sagen wird: „Man hat uns um das Duell einer Generation betrogen“.

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